Facts und Fachausdrücke

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Foto by Ulrich T.

Astronomische Gezeit /astronomischer Wasserstand

ist die aus den astronomischen Funktionen (Mond- und Sonnenumlauf etc ) berechnete Gezeit, bzw. der entsprechende Wasserstand. Wind ist hier NICHT berücksichtigt. Das heisst,  dass der tatsächliche Wasserstand (mitunter auch der Zeitpunkt des Hoch- oder Niedrigwassers) erheblich abweichen kann.

Aussentief

Verlängerung des Sielzugs nach Passage des Schöpfwerks, ausserhalb des Seedeiches

 

Bezugssysteme

Wenn man den Wasserstand messen will muss, mann die Messwerte auf irgendwas beziehen. Da gibt es mehrere verschiedene Möglichkeiten. Siehe  auch MTHW, Normal Null, Pegelnull, Seekartennull.

BSH

ist das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie, das alle möglichen Meeresdaten misst, berechnet und online zur Verfügung stellt. Seiten des BSH sind hier an mehreren Stellen verlinkt. www.bsh.de

Deich

Bauwerk zu dem Zweck, den dahinter liegenden Koog vor Überflutung durch Nordseewasser zu schützen.

 

Deich- und Sielverband

ist für die Entwässerung der Köge und den Unterhalt der Mitteldeiche zuständig

 

 

Ebbe oder ablaufendes Wasser

ist die Zeit zwischen Tidehochwasser und Niedrigwasser. Der tiefste Punkt heisst Tideniedrigwasser.

Flut oder auflaufendes Wasser

ist die Zeit zwischen dem tiefesten Wasserstand bis zum höchsten. Oft sagt man es sei Flut  wenn “irgendwie Wasser da” ist. das ist aber nicht korrekt.

Der höchste Punkt der Flut ist das “Tidehochwasser” dessen genauer Zeitpunkt (Tide-HW) von der Gezeitentafel an der Badestelle abzulesen ist oder auch hier auf der Seite  im Menüpunkt “Tide”” . Wir Einheimischen sagen synonym für Tidehochwasser auch “Vollflut” oder “Hochflut”.

Gezeiten ( Tide)

entstehen, weil der Mond Gravitationskraft auf das Wasser der Ozeane ausübt, er zieht eine ca 50 cm hohe Welle” hinter sich her” auf der Mond abgewandten Seite entsteht durch Fliehkräfte ebenfalls eine. Unebenheiten der Küste und Meerengen führen dazu, dass es nicht überall 50 cm sind, sondern auch (viel) mehr oder weniger. Da die Erddrehung gegen den Mondumlauf nicht genau 24 Stunden beträgt , verschieben sich die Gezeiten pro Tag um ca. eine  halbe bis 3/4 Stunde. Wieviel das genau ist, hängt davon ab, wie nahe der Mond gerade an der Erde ist .Diese Beschreibung entspricht nicht ganz genau den physikalischen Bedingungen, ist aber relativ einfach und kommt ihnen ziemlich nahe, wenn sie es genau wissen wollen gibt es  unter „Filme“ ein Video dass es „physikalisch vollkommen“ erklärt. Alternativ können sie auch einer der „Gezeiten und Küstenschutz“  Führungen teilnehmen die fast ganzjährig angeboten werden.

Grüppen

sind schmale Gräben im Vorland, die, wie auch die Lahnungen weiter draussen, die Ablagerung von Sedimenten fördern

 

Koog

Durch Landgewinnung geschaffenes Stück Land, das oft  unterhalb MTHW  liegt und deswegen aktiv entwässert werden muss. Siehe auch bei Schöpfwerk und Sielzug

Lahnungen

sind die “komischen Dinger” aus Pfählen und Busch die überall an der Küste zu finden sind. sie dienen dazu den Rückstrom des Wassers zu verlangamen und damit die Alagerung von Sedimenten zu fördern (Landgewinnung)

 

LKN

ist der Landesbaubetrieb für Küstenschutz,. das LKN unterhält alle Küstenschutzbauwerke in Nordfriesland http://www.schleswig-holstein.de/LKN/DE/LKN_node.html Über die Arbeit des LKN gibt es eine, von dessen Mitarbeitern sehr liebevoll gemachte  SlideShow unter Filme-

Mitteldeich

Alte Deichlinie zwischen 2 Kögen, manchmal als Strasse ausgebaut.

MTHW

mittleres Tidehochwasser ist das durchschnittliche Tidehochwasser ohne Einwirkung von Spring- und Nipptiden und ohne starken Wind. Das MTHW stellt einen der 4 Bezugspunkte für Wasserstandsangeben dar. In SWH liegt es bei 6,4 m über Pegelnull .

MTNW

mittleres Tideniedrigwasser, ist das Niedrigwasser-Äquivalent zu MTHW

Nipptide (oder Nippflut)

ist, wenn die Gravitation der Sonne in rechtem Winkel zur Mondgravitation steht, was bei den beiden Halbmonden, genauer gesagt jeweils 3 Tage NACH Halbmond der Fall ist. Bei Nipptide ist der Tidenhub ca 40 cm kleiner als normal, dh das Tidehochwaser fällt 20 cm niedriger aus als MTHW.

Normal Null

ist der durchschnittliche Wasserstand der Weltmeere , wenn man die Tide herausrechnet. Technisch dient es als Bezugspunkt für Höhenangaben an Land (..der Berg ist soundsoviel m über NN hoch..). Abweichend vom ganzen Rest der Küstengemeinden, bezieht die Hansestadt Hamburg ihre Sturmflutwarnungen auf NN.

Pegel 

sind Werkzeuge zum Messen von Wasserständen. Es gibt sie als Messlatte an einer Wand, ebenso wie als elektronischen Funkpegel. In Südwesthörn haben  wir beides. Der Funkpegel ist die Metallsäule mit dem Treppchen am Weg zur Badeplattform. Die Messlatte befindet sich am Schöpfwerkauslauf.

Pegelnull

der tiefste aller Bezugspunkte, er ist technisch definiert, als der Nullpunkt der Pegelsäule. Alle Pegelmesslatten beziehen sich mit ihrer Skala auf Pegelnull .

Priel

Wattstrom, in dem das “Gezeitenwasser” längs strömt. Priele besonders grössere, haben eine starke Stömung und sollten bei Wattwanderungen nicht leichtfertig durchquert werden.

Rotation

Begriff der in Wetterberichten für die Region im Sommer öfter vorkommt. Bezeichet das Potential der gegebenen Wettersituation (meisst schwülwarm und gewittrig) Tornados und Funnelclouds zu entwickeln., was duch bestimmte Luftströmungsverhältnisse in dieser Gegend relativ häufig vorkommt.

Salzwiesen

aussendeichs gelegene, mehr oder weniger breite Grasflächen, die duch das Nationalparkgesetz in verschiedene Schutzzonen eingeteilt sind. Vor Südwesthörn ist das Schutzzone 1  ,dh. die dortigen artenreichen Salzwiesen sollten nicht beweidet und möglichst auch nicht  betreten werden…

…und sind definitiv kein Hundefreilauf!

Hunde sind dort auch an der Leine nicht erlaubt  und wer das missachtet , macht sich STRAFBAR

 

Sandwatt

Wattflächen die aus Sand als “Grundstoff ” bestehen, eignet sich gut für Wattwanderungen, weil man gut drauf laufen kann.

Schlickwatt

Wattflächen die aus weichem vorwiegend organischem Material, dem Schlick , bestehen. Beim Betreten von Schlickwattflächen ist Vorsicht geboten, man kann schnell sehr tief einsinken und stecken bleiben.

Schöpfwerke

Wie das in Südwesthörn dienen dazu, die tiefer als MTHW oder auch NN gelegenen Köge zu entwässern.  Das Regenwasser aus den Gräben und Sielzügen wird durch Pumpen in die Nordsee befördert. Der oft verwendete Begriff “Schleuse” ist nicht korrekt, eine Schleuse ist ein Schiffshebewerk

Seekartennull

ist das tiefste mögliche Niedrigwasser, ca 2 m über Pegelnull es wird in der Nautik als Bezuggsystem verwendet.

Sielzug

Hauptgraben, der Oberflächenwasser aus einem Koog in Richtung Schöpfwerk leitet.

 

Sperrwerke

Sind Tore, die Flüsse und Häfen vor auflaufenden Sturmfluten schützen. je nach Grösse des Flusses oder Hafens, sind das technisch aufwändige Bauwerke .Im Husumer Hafen gibt es eins, das bekannteste in Deutschland ist wohl das Eidersperrwerk bei Tönning..Europas berühmteste  die Sperrwerke am IJsselmeer und die “Thames Barrage” vor London.

 

Springtide (oder Springflut)

ist, wenn die Gravitation des Mondes und der Sonne sich gegenseitig verstärken. Das ist 3 Tage nach Voll- oder Neumond der Fall. Der Tidenhub ist nun ca 40-60 cm grösser als durchschnittlich. Die Flut fällt also 20 bis 30 cm höher aus als MTHW.

Stöpe

Mit Stöpenbalken verschliessbare Durchfahrt zwischen 2 Kögen in einem  Mitteldeich. Dient dazu , im Falle eines Deichbruchs zu verhindern, dass ein weiterer Koog überflutet wird. Manche Stöpen sind  für Autofahrer schlecht einsehbar. Vorsichtig durchfahren!

 

Sturmflut

Ist der Wind sehr stark der das Wasser gegen die Küste drückt, läuft die Flut zu sehr hohen Wasserständen auf. Ist das mehr als 1,5 m + MTHW, spricht man von einer Sturmflut. (mehr dazu für Gäste –>hier )

Tidenhub

ist der Höhenunterschied zwischen Tideniedrigwasser und Tidehochwasser, auf Südwesthörn beträgt er durchschnittlich 3 m. Er ist kleiner bei Nipptide und grösser bei Springtide. Der Verlauf der Änderung ist eine Sinusfunktion

Watt

Meeresboden , der spätestens bei Tideniedrigwasser trocken fällt.

Wind

wirkt sich je nach Richtung und Stärke  zT. mehr als Mond und Sonne auf den Wasserstand aus. Ostwind drückt das Wasser von der Küste weg und führt zu niedrigeren Wasserständen, Westwind drückt es gegen die Küste und führt entsprechend zu höheren.