Kulturelle Vielfalt

Auf dieser Seite gibt es Infos von und zu den kulturellen Minderheiten in der Wiedingharde.  Hier im äußersten Nordwesten Schleswig Holsteins leben neben Mitgliedern des deutschen Kulturraumes, auch noch eine dänischen und eine friesische kulturelle Minderheit. Mit jeweils eigenen Sprachen und kulturellen Aktivitäten

 

Die geschichtliche Entwicklung dieses Gebietes hat selbstverständlich dazu geführt das es im wirklichen Leben  zu allerlei Mischformen und Überschneidungen der verschiedenen Kulturen kommt. So dass  den kulturellen Bemühungen der Kulturvereine, die dem Erhalt von Sprache und Besonderheiten dienen, eine Vielfalt an einzigartiger familiär gelebter Kultur gegenüber steht. Es gibt wohl kaum eine Familie  der Minderheiten ,in der strikt nur eine einzige Kultur gelebt wird.

Obwohl es früher eine geschichtlich begründete Feindschaft zwischen Dänen und Friesen (und zwischen Dänen und Deutschen) gab, ist es heute oft so dass in Familien die den dänischen/skandinavischen Kulturkreis angehören auch viele friesische Kulturelemente gelebt werden und sich deren Mitglieder sowohl als Friesen als auch als Dänen bzw Skandinavier begreifen. Es ist dann oft so dass innerhalb der Familien ein gewisses sprachliches Durcheinander gesprochen wird.

Seit einigen Jahren gibt es in Risum-Lindholm sogar eine Schule die BEIDE Kulturen und Sprachen lehrt (aber grundsätzlich dem dänischen Schulverein zugehörig ist)

Der Dänische Schulverein (Dansk skoleforening) betreibt die dänischen Kindergärten und Schulen im ehemals dänischen Sydslesvig (Dem Teil  Schleswig Holsteins der südlich durch Eider und Schlei begrenst ist) Er ist Bestandteil des  SSF (Sydslesvig Forening), dem Verein der dänischen Minderheit. In diesen Schulen findet der Unterricht in dänischer Sprache statt und es wird die dänische Kultur gelebt. Es gibt ausgehend von Schulen und Kindergärten den Dansk Ungdoms Forening den dänischen Jugendverein, der viele Angebote außerhalb des Unterrichts macht und die ausserschulischen Betreuungseinrichtungen betreibt.

Dieser Umstand führt dazu,dass es zumindest unter den Kindern und Jugendlichen der Wiedingharde deutsche und dänische Cliquen gibt, die oft wenig miteinander zu tun haben.

Das Friesische wird dagegen an deutschen Schulen als Wahlfach unterrichtet, aber in der Wiedingharde kaum gesprochen. dennoch sind viele friesische Traditionen verbreitet, wie z.B das Biiken am 21,Februar und die Tradition des Kinkenbooms an Weihnachten und auch ohne die Sprache im Alltag zu verwenden begreifen sich viele Wiedingharder als Friesen und der „Grütztopf“ , die Fahne der Nordfriesen, wird auf vielen Höfen geflaggt.

Wobei es tatsächlich einen gewissen kulturellen Inhalt bzw(deutliche)  Aussage hat, wer welche Flaggen auf seinem Grundstück hisst und in welcher Kombination das geschieht.

Eindeutig „deutschkulturell“ ist die Kombination aus blau weiß roter Schleswig-Holstein Flagge und Schwarz rot gold. Die Kombination aus gold-rot blauer Friesenfahne und schwarz rot gold zeigt das hier Friesen wohne die sich dem deutschen Kulturraum zugehörig fühlen.

Der rot weisse Dannebrog allein, oder in Kombination mit der Friesenfahne weist die Bewohner als reine Dänen oder aber als dänisch/skandinavisch gesinnte Friesen aus… die Kinder von diesen Höfen gehen mit Sicherheit auf die dänische Schule und „man würde NIEMALS am heiligen Abend Würstchen mit Kartoffelsalat essen “ 😉

Achten sie mal drauf …

 

 

 

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